Datenspende startet Long COVID Studie

Liebe Datenspender:innen,

seit nunmehr fast zwei Jahren helfen eure Daten uns dabei den Verlauf der Corona-Pandemie besser zu verstehen. Dafür möchten wir Euch erneut herzlich danken.

Wir haben in dieser Zeit gelernt, dass es eine große Bereitschaft gibt, Wissenschaft und Forschung mit Gesundheitsdaten aus Fitnessarmbändern und Smartwatches zu unterstützen. Mehr als 500,000 Menschen haben zumindest über einen bestimmten Zeitraum ihre Vitaldaten gespendet, mehr als 38,000 Personen nehmen bereits regelmäßig an unseren in-App Befragungen teil. Mit Hilfe eurer Daten können wir COVID-19-Symptome wie Fieber gut erfassen und die Häufigkeit unserer Detektionen im Fiebermonitor bildet die Infektionswellen der Pandemie gut ab.

Die Langzeitfolgen der Pandemie im Blick

Im Jahr 2022 erweitern wir den Fokus unserer Forschung und untersuchen nun auch die gesundheitlichen Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung. In den kommenden Monaten möchten wir unter anderem untersuchen, wie sich körperliche Aktivität, Schlaf, Fitness, sowie die mentale Gesundheit bei Menschen nach der Erkrankung entwickeln.

Neue Fragestellungen dank umfangreicher Vitaldaten

Bereits jetzt konnten wir aus euren gespendeten Daten wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung von Vitaldaten nach einer COVID-19-Erkrankung feststellen. In einem unserer letzten Blogposts konnten wir beispielsweise zeigen, dass der mittlere Ruhepuls möglicherweise noch Monate nach der Infektion hinaus erhöht ist und sich unter Umständen nur sehr langsam normalisiert (Abb. 1).

 

**Abbildung 1:** Mittlere Änderung des täglichen Ruhepuls bei einer COVID-19-Erkrankung unabhängig vom Impfstatus mit Daten bis Ende Oktober 2021. Details zur Berechnung und den Ergebnissen findet ihr [hier](/reports/prolongedchanges/).
Abbildung 1: Mittlere Änderung des täglichen Ruhepuls bei einer COVID-19-Erkrankung unabhängig vom Impfstatus mit Daten bis Ende Oktober 2021. Details zur Berechnung und den Ergebnissen findet ihr hier.
 

Ebenso haben wir in ersten Analysen herausgefunden, dass Impfungen einen starken positiven Effekt auf die Normalisierung der Vitaldaten nach einer Erkrankung haben können (Abb. 2). Auch diese Ergebnisse findet ihr in einem unserer letzten Blogposts.

 

**Abbildung 2:** Mittlere Änderung des Ruhepuls (wochenweise aggregiert) bei einer COVID-19-Erkrankung von Personen, die ungeimpft (rot), und solchen, die zum Zeitpunkt der Infektion mindestens vollständig geimpft waren (lila). Es wurden Daten bis Ende Januar 2022 berücksichtigt. Alle Details dieser Analyse findet ihr [hier](/reports/breakthroughinfections/).
Abbildung 2: Mittlere Änderung des Ruhepuls (wochenweise aggregiert) bei einer COVID-19-Erkrankung von Personen, die ungeimpft (rot), und solchen, die zum Zeitpunkt der Infektion mindestens vollständig geimpft waren (lila). Es wurden Daten bis Ende Januar 2022 berücksichtigt. Alle Details dieser Analyse findet ihr hier.
 

Aus diesen Ergebnissen ergeben sich viele weitere Fragestellungen, die wir in den folgenden Monaten betrachten wollen und bei deren Verständnis ihr uns unterstützen könnt. Hierzu zählen unter anderem:

  • Welche langfristigen Auswirkungen haben pandemiebedingte Verhaltensänderungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität?
  • Wie lange sind Menschen nach einer Erkrankung vermindert leistungsfähig?
  • Wie stark beeinflussen Long COVID-Symptome wie Fatigue (anhaltende Erschöpfung) das Aktivitäts- und Schlafverhalten von Genesenen?
Marc Wiedermann
Alumnus

Researcher and Data Scientist with strong interests in time series and network analysis, predictive models and low-dimensional dynamical systems for the spread of human behavior.

Dirk Brockmann
Dirk Brockmann
Professor

Head of Research on Complex Systems Group